Gründungsgeschichte

Im September 1896 erhielt das Bürgermeisteramt der Stadt Meersburg vom Großherzoglichen Bezirksamt Überlingen den Bescheid, daß der Gründung eines Turnvereins in Meersburg polizeiamtlich nichts im Wege steht und der Turnverein im Vereinsregister unter der Nr. 24717 geführt wird. Am 04. Oktober 1896 erfolgte die Gründungsversammlung des Turnvereins Meersburg.

Gemeinsame Wanderungen, turnerische Darbietungen sowie gesellige Veranstaltungen bildeten den Hintergrund einer ausgeprägten Gemeinschaftspflege. In diesen Anfangsjahren waren es ausschließlich Männer, welche Turnplatz und alte Seminarturnhalle im Reithof bevölkerten, um der Idee des Berliner Lehrers Dr. Friedrich Ludwig Jahn (Turnvater Jahn) mit der Losung Frisch – Fromm – Froh – Frei nachzueifern und sich der Körperertüchtigung hinzugeben.

Mit der Aufnahme des TV Meersburg in den Kreisverband der Deutschen Turnerschaft am 20. Juni 1898 und mit der Gaumitgliedschaft im Gesamtverband vom 15. April 1901 häuften sich beim TV Meersburg die Einladungen zu sportlichen Wettkämpfen in den unterschiedlichsten Disziplinen.

Doch erst am 06. Juni 1909, fünf Jahre nach Gründung einer Fahnenkasse, konnte die Fahnenweihe als ein großes Vereins- und Stadtfest unter Beteiligung der Gesamtbevölkerung gefeiert werden. Die Vereinsfahne wurde nach einem Entwurf des Kunstmalermeisters Otto Pfeifer in der Fahnenfabrik Josef Krieg in Freiburg hergestellt, was durch die Opferwilligkeit der Meersburger Einwohnerschaft ermöglicht wurde.

Kurze Zeit nach Ausbruch des Weltkrieges am 01. August 1914 stellte der Turnverein Meersburg seinen Turnbetrieb ein, da viele seiner Mitglieder zum Militärdienst eingezogen wurden und die Turnhalle als Lagerraum genutzt wurde. Viele Turner kamen nicht mehr aus dem Krieg zurück und hinterließen große personelle Lücken. In einem Aufruf anläßlich des Gauturntages am 30. März 1919 in Radolfzell – der Turnbetrieb war nach Kriegsende erst im Februar 1919 wieder aufgenommen worden – wurden Frauen aufgefordert, sich der Turnerbewegung anzuschließen. Schon im Dezember des gleichen Jahres konnte sich das Frauenturnen erstmalig an einem öffentlichen Unterhaltungsabend vorstellen. Doch erst im Mai 1932 fusionierten die Meersburger Fußballer, entgegen der ursprünglichen Absicht sich selbständig zu machen, mit dem Turnverein. Die 180 Mitglieder – davon 80 aktiver Sportler(innen) – trainierten auf einem der Realschule gehörenden Turnplatz im Sommertal. Am 09. Juli 1934 fand dann die offizielle Einweihung des neu erbauten Sportplatzes im Sommertal im Rahmen nationalsozialistischer Bombasterie und Propaganda statt.

Nach Kriegsende 1945 löste die Besatzungsmacht zunächst den Verein auf. Doch unmittelbar nach Genehmigung der französischen Militärregierung zur Neugründung von Vereinen am 15. Dezember 1945, kam es am 06. April 1946 im Gasthaus „Zum Bären“ im Beisein von 110 Anwesenden zur Neugründung des Sportverein Meersburg.

Trotz der schwierigen Trainingsbedingungen in der Nachkriegszeit stellten sich schon bald großartige Erfolge für die Feldhandballerinnen (mehrfache Bodenseemeister, Badischer Meister und Pokalsieger) und Leichtathleten ein.

Am 06. Februar 1956 erfolgte die Registereintragung am Amtsgericht Überlingen zum Turn- und Sportverein 1896 e.V. Meersburg. Damit waren organisatorisch und rechtlich die Weichen für ein weiteres Wachstum gestellt.

Neue Räumlichkeiten und Platz wurden 1963 durch den Bau eines neuen Vereinsheims und 1964 durch die Inbetriebnahme der neuen Schulturnhalle im Sommertal geschaffen. Eine neue Satzung stellte 1970 den zwischenzeitlich auf 400 Mitglieder angewachsenen Verein auf eine neue Rechtsbasis. Sie betont den Amateurstatus sowie die Gemeinnützigkeit des Vereins mehr als bisher. Ferner wurden die Abteilungen Turnen und Fußball eingerichtet. Anfang des Jahres 1976 spalteten sich dann auch die Leichtathleten von der Turnabteilung ab und gründeten eine eigene Abteilung.

Mit Beginn der Siebziger Jahre folgte auch der TuS dem allgemeinen Trend und aus einem Verein alter Prägung wurde ein Dienstleistungsbetrieb mit immer größerem und vielseitigerem Angebot. Neben dem Leistungssport gewann der Breitensport immer mehr an Bedeutung. Außerdem verstärkte der TuS Meersburg seine beständige und verläßliche Partnerschaft mit der Stadt Meersburg durch seine Teilnahme an vielen öffentlichen und kulturellen Veranstaltungen.

Mit der Inbetriebnahme der dreiteiligen Sommertalsporthalle Anfang April 1990 stehen dem bis dahin auf über 800 Mitglieder gewachsene Verein hervorragende Trainingsbedingungen zur Verfügung. Darüber hinaus bietet sich nun die Möglichkeit überregionale und internationale Veranstaltungen auszurichten.

Heute, mit über 100 Jahren Vereinsgeschichte, bietet der TuS Meersburg mit den drei Abteilungen Turnen, Fußball und Leichtathletik seinen über 900 Mitgliedern ein vielfältiges, zeitgemäßes und attraktives sportliches Angebot und ein Hort für alle Altersklassen.